Eigentlich mag ich meine Schnecken ja ganz gerne – gemeint sind natürlich die im Aquarium und nicht die gefräßigen, orangeroten Riesenwürste in meinen Blumenbeeten. Die Turmdeckelschnecken sind mir von allem, was so als Schnecke in meinen Becken umher kriecht, immer noch die Liebsten. Zumindest war das bisher so. Auch die Posthorn- und die Blasenschnecken sind zwar ungebetene, aber dennoch geduldete Gäste. Die Blasenschnecken begrenzen ihre Population dadurch, dass sie in schöner Regelmäßigkeit, meistens während der Nachtstunden, kollektiven Selbstmord begehen, indem sie über den Beckenrand klettern, dort austrocknen und herunterfallen. Ich kann dann am nächsten Morgen die leeren Gehäuse, die das Becken säumen, zusammenkehren.
Wie gesagt: eigentlich stören mich Schnecken nicht, denn sie gehören genauso zu einem aquatischen Ökosystem, wie Fische, Pflanzen, Garnelen und Krebse – oder auch die Algen, aber alles sollte in einem vernünftigen Gleichgewicht stehen. Nehmen Algen oder Schnecken überhand, ist dieses Gleichgewicht eindeutig gestört.
Die Ursache für eine Schneckenplage liegt in der Regel weniger im, als vielmehr vor dem Aquarium. Das ist nämlich der Aquarianer selbst, der zu viel füttert – und zwar Trockenfutter.
Dies lässt sich allerdings nicht immer vermeiden. Speziell in Becken, in denen Jungfische aufgezogen werden, sollte bei manchen Arten eine hohe Dichte an Futterpartikeln vorherrschen. Man spricht auch davon, dass die Tiere „im Futter stehen“ sollten. Die dabei anfallenden Reste werden dankenswerter Weise von den Schnecken gefressen, wodurch das Ökosystem weniger belastet wird, die Gehäuse tragenden Müllschlucker sich allerdings auch massenhaft vermehren. Bei zu viel Futter kann einem dieses gleichermaßen auch in einem Gesellschaftsbecken passieren. Eine Möglichkeit wäre, die Futtergaben drastisch einzuschränken, auch auf die Gefahr hin, dass die Fische nicht besonders glücklich darüber sind. Bei sehr vielen Schnecken in einem Becken kann es dann aber zusätzlich passieren, dass sich die hungernde Meute, mit Ausnahme der Turmdeckelschnecken, an den Pflanzen vergreift. Da hilft eigentlich nur absammeln oder eine Schneckenfalle. Die chemische Keule steht für einen ernsthaften Aquarianer sowieso nicht zur Debatte.
Die Rettung kam im Jahre 2006 aus Südostasien, speziell Thailand und Java, in Form einer kleinen braun-gelb gebänderten Turmdeckelschnecke mit Namen Anentome helena aus der Familie der Buccinidae. Ein Synonym(1) dieses Artnamens ist Clea helena (Meder in Philippi, 1847)(2) Diese hübsche kleine Schnecke steht in dem Ruf, andere Schnecken zu vertilgen, mit Ausnahme ihrer eigenen Artgenossen. Nachdem ich vor knapp zwei Jahren bei einem Händler fünf Tiere erwerben konnte, hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig näher mit ihnen zu beschäftigen.
Dies lässt sich allerdings nicht immer vermeiden. Speziell in Becken, in denen Jungfische aufgezogen werden, sollte bei manchen Arten eine hohe Dichte an Futterpartikeln vorherrschen. Man spricht auch davon, dass die Tiere „im Futter stehen“ sollten. Die dabei anfallenden Reste werden dankenswerter Weise von den Schnecken gefressen, wodurch das Ökosystem weniger belastet wird, die Gehäuse tragenden Müllschlucker sich allerdings auch massenhaft vermehren. Bei zu viel Futter kann einem dieses gleichermaßen auch in einem Gesellschaftsbecken passieren. Eine Möglichkeit wäre, die Futtergaben drastisch einzuschränken, auch auf die Gefahr hin, dass die Fische nicht besonders glücklich darüber sind. Bei sehr vielen Schnecken in einem Becken kann es dann aber zusätzlich passieren, dass sich die hungernde Meute, mit Ausnahme der Turmdeckelschnecken, an den Pflanzen vergreift. Da hilft eigentlich nur absammeln oder eine Schneckenfalle. Die chemische Keule steht für einen ernsthaften Aquarianer sowieso nicht zur Debatte.
Die Rettung kam im Jahre 2006 aus Südostasien, speziell Thailand und Java, in Form einer kleinen braun-gelb gebänderten Turmdeckelschnecke mit Namen Anentome helena aus der Familie der Buccinidae. Ein Synonym(1) dieses Artnamens ist Clea helena (Meder in Philippi, 1847)(2) Diese hübsche kleine Schnecke steht in dem Ruf, andere Schnecken zu vertilgen, mit Ausnahme ihrer eigenen Artgenossen. Nachdem ich vor knapp zwei Jahren bei einem Händler fünf Tiere erwerben konnte, hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig näher mit ihnen zu beschäftigen.

Die Vorkommen der Raubschnecke sind überwiegend in strömungsberuhigten Zonen klarer, schnell fließender Gewässer. Aber auch in schlammigen und verunreinigten Bachläufen wurde diese Art beobachtet. Dies lässt auf eine hohe Toleranz gegenüber den verschiedensten Wasserwerten schließen. Genaue Angaben über Wasserwerte liegen wohl deshalb auch nicht vor. Uneins ist man sich darüber, ob die Tiere Zwitter oder getrennt geschlechtlich sind. Für Zwitter spricht, dass bisher keine Geschlechtsunterschiede bekannt sind, auch wenn im Internet gelegentlich von männlichen und weiblichen Exemplaren die Rede ist, und zudem die meisten Süßwasser- und sämtliche Landschnecken Zwitter sind. Die Eier werden einzeln auf einem harten Substrat (Steine oder Glaswand) abgelegt und brauchen für ihre Entwicklung 3 – 4 Wochen.
Meine 5 Exemplare habe ich in ein stark verkrautetes 60 l Becken mit feinem Sandboden gesetzt. Als Fische leben dort zwei Gruppen von Zwergpanzerwelsen(3) und eine Rasselbande von quirligen Zwergschwertträgern(4). Ansonsten litt das Becken an einer echten Überbevölkerung der bekannten Turmdeckel- und kleinen Posthornschnecken(5), die ich beinahe wöchentlich in größeren Mengen absammeln musste.
Nach ihrem Einsetzen waren die „Helenas“ in kürzester Zeit grußlos verschwunden, und das gleich für mehrere Wochen. Ihre Anwesenheit zeigten sie lediglich durch ihre Aktivität, was bedeutete, dass der Bodengrund sich nach und nach immer stärker mit den ausgeblichenen Gebeinen Gehäusen ihrer Opfer bedeckte. Obwohl ich intensiv nach Eipaketen Ausschau hielt, konnte ich keine entdecken. Auch wenn sich inzwischen gelegentlich eine schwarz-gelb geringelte „Helena“ an der Scheibe zeigte,
und gelegentlich zwei kopulierende Exemplare im Doppelpack für mehrere Stunden sichtbar waren, hatte ich nach einem halben Jahr die Hoffnung auf Vermehrung so gut wie aufgegeben, bis ich eines Morgens ein braunes Sandkorn entdeckte, das irgendwie nicht zu dem normalen Kies passen wollte. Als sich dieses Korn dann auch noch bewegte, wusste ich, dass ich hier den ersten Nachwuchs von A. helena vor mir hatte. Nun ging alles ziemlich schnell, und ich entdeckte jeden Tag neue Zwergschnecken. In dem Maße, wie sich die Raubschnecken vermehrten, nahm die Population der anderen Schnecken ab. Bald war es so, dass sich in diesem Becken außer A. helena keine andere Schneckenart mehr aufhielt und ich so viele „Helenas“ hatte, dass ich diese auch auf andere Becken verteilen konnte.
Fortsetzung folgt
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